Dies und Das, Mother Birth

#Zwischenfrage (I): Ist das so? Ich meine, muss das so?!

An Tagen wie diesen…

Gerade an solchen Tagen fällt es mich besonders auf. An Tagen, an denen ich kaum Schlaf bekommen habe. An denen der Alltag zermürbend und anstrengend war. An denen ich nicht einmal dazu kam, mich „hübsch“ zu machen. Nur ein klitzekleines bißchen. Gar nicht viel. Einfach, um mich selbst etwas besser zu fühlen. Die tiefen, dunklen Augenringe etwas verschwinden lassen. Es fehlt die Zeit. Manchmal auch die Energie. Es sind Tage, an denen ich mich im Spiegel selbst kaum erkenne. An denen ich mich nicht mag. An denen ich mich unwohl in meiner eigenen Haut fühle. An denen ich mich als alles andere als hübsch empfinde.

Aus längst vergangener Zeit

Genau an solchen Tagen, schaut mir von irgendeinen Foto mein „altes Ich“ entgegen: glänzende Haare, ausgeschlafen, keine Falten, keine Ringe und auch keine Schatten unter den Augen, geschminkt und fröhlich. Bin das wirklich mal ich gewesen? Wo bitte ist diese attraktive Frau hin verschwunden, die ich einmal war? 

Der Vergleich macht es nicht besser. Eher schlechter.

Was dann noch fehlt …

Was an solchen Tagen dann noch fehlt – das i-Tüpfelchen sozusagen, sind Kommentare wie diese:

Siehst heute aber müde und erschöpft aus…

Bist du krank?

Du siehst aber schlecht aus!

Wenn ich mich bis jetzt noch nicht so richtig beschissen gefühlt habe, dann jetzt! Auch wenn diese Aussagen vielleicht sogar gut gemeint waren, tun sie doch weh. Gut gemeint, ist eben nicht immer gut gemacht.

Früher bekam ich Komplimente – heute Mitleid

Früher bekam ich Komplimente – heute Mitleid. Ich frage mich:

Warum ist das so? Ich meine, muss das so?

Haben Mütter ihr Komplimentekonto aufgebraucht? Es gibt ja schließlich meist nur noch Komplimente für die niedlichen Kleinen und der eigene Name reduziert sich auf die Formulierung: „Mutter von xy“ …

Verschwinden wir als Mütter?

Manchmal denke ich das.

Und dann kommt Twitter

Und immer wenn ich gerade an diesem Punkt bin, kommt irgendwo ein Kompliment auf Twitter her. Ein schnelles Selfie – unbearbeitet – mein Spiegelbild gebannt in Pixel. Und schon spült die TL mir eine fülle an netten und lobenden Worten entgegen. Sie tun so gut. Gerade an Tagen wie diesen. Sie sind Balsam für meine Seele. Sie lassen mich von innen her erstrahlen. Und ganz vielleicht bin ich dann sogar etwas hübscher als vorher. Es fühlt sich zumindest so an <3

Ein Kompliment für dich <3

Komplimente sind wichtig. Wir sollten mit ihnen nicht geizen. Sie sind kleine Geschenke im Alltag. Sie kosten nichts, aber sind wertvoll und unbezahlbar. Und wenn ihr mal wieder eine erschöpfte und müde Mutter trefft, denkt bitte daran ihr zu sagen, wie wundervoll sie aussieht. Trotz der Spuren, die das Muttersein auf ihrem Gesicht hinterlassen hat. Ich bin mir fast sicher, dass sie sich freuen wird.

In dem Sinne:

Habt einen schönen Tag, ihr ganzen wundervollen und starken Frauen <3


Vielleicht werden unter #Zwischenfrage noch weitere Texte entstehen. Kurze Gedanken zu Themen, die mir im Alltag auffallen und mich Fragen lassen: Ist das so? Ich meine, muss das so?!Was haltet ihr davon? Gute Idee oder eher nicht so…

*EURE MOTHER BIRTH*

#erschöpft #Kompliment #müde #Mütter #Mitleid #Mutter #Twitter #Zwischenfrage

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15 Gedanken zu „#Zwischenfrage (I): Ist das so? Ich meine, muss das so?!“

  1. Haha, hier ist es eher umgekehrt: An den Tagen, an denen ich mich total müde, erschöpft und richtig mies fühle, sagen mir die Leute, dass ich ja so frisch und entspannt und erholt wie schon lange nicht mehr aussehen würde…. Das trifft mich dann immer, weil ich den Eindruck habe, dass es mir nicht einmal schlecht gehen darf, weil ich nicht danach aussehe.

    Ansonsten musste ich eine Weile über das Thema nachdenken um festzustellen, dass sich da bei mir nicht viel geändert hat. Ich wurde früher kaum wahrgenommen und habe sehr selten Komplimente bekommen. Außerhalb der Familie (also Mann und Kinder) werde ich auch jetzt bevorzugt ausschließlich dann wahrgenommen, wenn es gilt, Arbeiten zu übernehmen und Komplimente….das Gute ist, dass ich mangels Gewohnheit mit denen vermutlich ohnehin nichts anfangen könnte. 😀

    Liebe Grüße
    Ines

    1. Liebe Ines,

      ich kann dich verstehen. Es ist ebenfalls ein blödes Gefühl, wenn man den Eindruck hat, dass die eigene Erschöpfung nicht gesehen wird oder nicht gesehen werden will. Auch das tut weh. Und natürlich darf es dir schlecht gehen, wie jedem anderen Menschen auch.

      Es geht ja gar nicht unbedingt um Komplimente, die Äußerlichkeiten benennen, sondern auch um welche, die innere Werte wertschätzen. Das man z. B. jemanden sagt, dass er/sie glücklich aussieht oder zufrieden. Oder dass man zumindest nicht einfach sagt, dass die Mutter müde/krank aussieht, sondern dann zumindest nachfragt, was los ist. Sich für die Geschichte dahinter interessiert. Sich für den Menschen interessiert.
      Nur ums hübsche Aussehen wäre mir hier viel zu platt. Früher wie heute. Es geht mir eben nicht um oberflächliche Nettigkeiten, sondern um echtes Interesse am Menschen. Und das haben meiner Meinung nach auch Mütter mehr als verdient, nur sie scheinen manchmal zu verschwinden bzw. sie werden vergessen.
      Dagegen richtete sich dieser Text.
      Und ich hoffe, dass du nette, aufmerksame und anerkennende Worte in deinem Alltag bekommst, denn sie tun gut und sind wichtig. Und du solltest dich nicht damit zufrieden geben sie nicht zu bekommen. Denn jeder hat sie verdient.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

    1. Danke für dein Feedback <3
      Und ich finde es ebenfalls als ermutigend wahrzunehmen, dass meine Themen auch eure sind. Dass ich auch nicht allein damit bin. Die Kommentare zeigen es mir. Und auch mir tut es gut, wenn ihr mir schreibt.
      Danke <3

      Liebe Grüße
      Mother Birth

  2. Hallo Mother Birth,

    Danke für deinen Text – ein Kompliment an alle Mütter.
    Ja, als Mutter bekommt man gefühlt weniger Komplimente. Vielleicht weil die Frau für die anderen in den Hintergrund tritt. Das ist schade und hoffentlich erreicht dein Text viele Menschen und bald regnet es auch für die Mütter dieser Welt wieder Komplimente.

    Ich würde mich freuen wenn du demnächst immer mal wieder eine #zwischenfrage aufgreifst. Ich finde deine Gedanken immer sehr erfrischend und differenziert.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  3. Liebe Tamara,

    schön, dass du mir schreibst <3 Allein dass ist schon ein Kompliment 🙂

    Annehmen brauchst du das nicht für dich. Ich glaube daran, dass wenn wir selbst uns zuerst öffnen und anderen Komplimente machen, dass dies zu einer Resonanz führen kann in unserem Umfeld.
    Deshalb habe ich mir nun vorgenommen auch im RL mehr Komplimente zu verteilen.

    Du bist eine ganz mutige und starke Frau. Trete auch so auf! Hinter dir weht der Superwoman-Umhang im Wind… 😉 dank bitte immer daran <3

    Liebe Grüße
    Mother Birth

    1. Schön, das freut mich.
      Ich war mir unsicher, was meine Leser*innen dazu sagen, weil der Blog ansonsten schwerpunktmäßig ja eher Schwangerschaft, Geburt und Stillen beinhaltet und weniger Alltagsthemen.
      Aber ich merke, dass mich auch andere Dinge beschäftigen, die ich gerne auf auf dem Blog ansprechen würde.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

        1. Naja, mein Schwerpunkt ist und bleibt bei „meinen Themen“, weil es einfach eine Herzensangelegenheit von mir ist.
          Und auch meine Leser*innen haben ja genau deshalb zu diesem Blog gefunden bzw. sind deshalb Stammleserinnen.

          Alles außerhalb sind eher keine „Experimente“ und ich weiß nie so richtig, ob dass überhaupt gewollt/gelesen wird, oder nicht.

          Liebe Grüße
          Mother Birth

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