Schwangerschaft

Noch einmal schwanger werden?! – Ein Dilemma aus möglichen Unmöglichkeiten

Über Wunsch und Wirklichkeit

Gestern fragte mich eine liebe Leserin, ob ich nicht mal einen Text mit dem Thema: „4. Schwangerschaft“ schreiben könnte. Ja, sagte ich und wusste sofort: sie hatte dabei etwas ganz anderes im Kopf als was mir in den Sinn kam. Vielleicht ist es aber auch Fügung und ich soll mir darüber Gedanken machen, welche Gefühle diese Thema bei mir auslöst. Es sind nämlich nicht nur rosarote.

Jetzt aber mal ganz von vorn…

Zu müde, zu schwach, zu fertig

Irgendetwas in mir schreckt davor zurück erneut schwanger zu werden. Zur Zeit zumindest. Es ist die Erinnerung an die Übelkeit, an den massiven Eisenmangel, an die bleierne Müdigkeit, an die Kraftlosigkeit, an die totale Erschöpfung. Ich fühlte mich wie ein ausgezehrtes Wrack. Kein schönes Gefühl…

Alle sagten mir, was für eine wunderschöne Schwangere ich doch wäre… Ich fühlte mich nur elend. Die Schönheit konnte ich selten sehen. Zu müde. Zu schwach. Zu fertig.

In keiner Schwangerschaft ging es mir so schlecht, wie in der letzten. Ich war am Limit und wenn ich wirklich ehrlich zu mir selbst sein soll, oft weit darüber hinaus. Ich habe mich durch den Alltag mit 2 kleinen Kindern geschleppt. Todmüde. Ohne Kraft und mit der Angst mich wieder unzählige Male übergeben zu müssen.

Mein Körper fühlte sich ausgezehrt an. Ausgelaugt. Leer. Auf der Waage purzelten die Kilos, obwohl mein Bauch stetig wuchs. Das Baby wurde mehr. Ich immer weniger. Gibt es einen Punkt, an dem man verschwindet? Eine Frage, die ich mir wirklich gestellt habe.

Mein Körper hat noch nicht vergessen…

Soll ich mir das tatsächlich wieder antun? Sehenden Auges ins Verderben laufen?

Gerade wenn wir mal wieder einen Magen-Darm-Infekt hatten – was im letzten Jahr leider viel zu oft der Fall war – habe ich gemerkt, dass mein Körper es nicht vergessen hat und ich auch nicht. Das Erbrechen. Diese unerträgliche Übelkeit. Diesen Würgereiz. Nichts davon. So als wenn es gestern gewesen wäre.

Mir verursacht Kotzen regelrechte Panik. Am liebsten würde ich wegrennen. Vor mir selbst. Vor der Situation. Ich weiß natürlich, dass das unmöglich ist, aber es aushalten zu müssen, ist für mich gerade unaushaltbar.

Und das schlimmste: mein Körper kennt kein STOPP mehr. Ich kann nicht mehr aufhören mich zu übergeben, wenn ich einmal Erbrechen musste. Mein Magen krampft unkontrolliert weiter. Selbst Vomex half nur noch sehr bedingt. Es war die Hölle auf Erden.

Ich glaube, mein Körper hat echt einen Knacks bekommen. Und das macht mir Angst. Angst vor einer möglichen nächsten Schwangerschaft. Schaffe ich das überhaupt? Schafft mein Körper das überhaupt?

Kann ich das verantworten? Und was kann ich tun?

Jein!

Mir wird schon beim Schreiben dieses Textes unwohl in der Magengegend. Mein Körper hat definitiv  nicht vergessen, was ich ihm angetan habe. Und dann gibt es da noch mein Herz, meine Sehnsucht, die wissen, dass ich mir bzw. wir uns sehnlichst noch ein weiteres Kind wünschen.

Ich fühle mich zerrissen – mein Körper sagt (noch) NEIN! – mein Herz sagt (immer schon) JA!!!

Der Herzensmann meinte am ersten Geburtstag des Schildnöck halb im Scherz zu mir:

Langsam könnten wir ja über ein viertes Kind nachdenken.

Mein erster Impuls: das Herz hüpft vor Freude <3 Wir haben den gleichen Wunsch nach einem weiteren Kind. Danach aber auch gleich die Ernüchterung, als Panik in mir aufsteigt – wieder schwanger, wieder kotzen… über Wochen, über Monate… Ertrage ich das noch einmal?

Kommt Zeit, kommt Rat… Hoffentlich!

Und dann bin ich ein klein wenig froh darüber, dass mein Zyklus noch nicht wieder eingesetzt hat. Diese Tatsache schiebt der konkreten Umsetzung zur Zeit eh einen Riegel vor. Aber wie lange noch? Und dann? 

Irgendwann muss ich mich diesem Problem – diesem Dilemma – stellen. Ich muss mir überlegen inwieweit ich mir Hilfe wegen dem Erbrechen holen sollte oder vielleicht sogar muss und wie diese aussehen kann. Es fällt mir schwer einzugestehen – diese Angst und auch dass ich absolut keine Ahnung habe, wie ich mit ihr umgehen oder gar ihr begegnen soll.

*EURE MOTHER BIRTH*

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12 Gedanken zu „Noch einmal schwanger werden?! – Ein Dilemma aus möglichen Unmöglichkeiten“

    1. Liebe Hanna,

      hattest du eigentlich eine (Trauma-)Therapie nach der Geburt gemacht? Mit hat diese erst überhaupt die Möglichkeit gegeben an weitere Kinder denken. Und selbst dann kostete es mich eine sehr große Überwindung, dass ich mich auf die Schwangerschaft mit BusyBee einlasse.

      Ich denke, dass – wenn es ich nicht mehr schwanger werden sollte – wir mit unseren 3 Kindern reich beschenkt sind. Deshalb sind Pflegekinder oder Adoption eher nicht die Richtung, wie wir gehen werden.

      Ganz liebe Grüße in die Ferne
      Mother Birth

  1. HALLO, meine letzte und 3m Schwangerschaft war auch so. Sehr sehr anstrengend. Unglaublich krsftrzehrend. Hinzu kam eine lange anstrengende Geburt. Und trotzdem wünsche ich mir noch ein 4. Kind. Und überlege nun, den Platz für Kinder offen zu lassen, die auf Zeit eine Familie suchen. Der Kurs ist gemacht an den Unterlagen wird gearbeitet. Mal sehen, was die Zeit bringt…

    1. Wow, dass ist ganz toll <3 Ich wünsche euch, dass Kinder den Weg zu euch finden und ihr sie begleiten dürft.
      Ich werde sehen, wie unser Weg aussehen wird. Ich wünsche mir noch eine weitere Schwangerschaft, aber eben mit Hilfe, wie diese auch immer aussehen mag…

      Liebe Grüße
      Mother Birth

  2. Hallo! Mir ging es in meiner ersten Schwangerschaft genauso. Übelkeit und Erbrechen von Anfang an. Ich habe in vier Tagen zwölf Kilo abgenommen und mich auch gefragt, wann ich verschwinde. Was mir nachher half es halbwegs erträglich zu machen: Agyrax und Akkupunktur. Dazu viel Ruhe.
    Immer noch habe ich zehn Kilo weniger als vor der Schwangerschaft und ohne diese zehn Kilo werde ich sicher nicht noch mal schwanger aus Angst wieder so viel abzunehmen und dann tatsächlich zu verschwinden. Zumal Ruhe mit einem Kleinkind ja auch nicht möglich ist.
    Ich hab die selben Ängste, aber eben schon jetzt nach der ersten und vor einer potenziell zweiten Schwangerschaft. Dabei wünschen wir uns eigentlich ein Geschwisterchen. Aber auch mein Mann hat Angst um mich. Und rein organistorisch wüssten wir auch nicht wie das klappen soll mit Kind und Arbeit und schrecklicher Übelkeit, Erbrechen. Es gab Tage da kam ich nicht vom Eimer weg. Da wäre ich nicht mal in der Lage mit meinem Sohn zu sprechen.
    Ich bin gespannt wie es sich bei Euch entwickelt. Vielleicht sind Agyrax und Akkupunktur ja auch was für Dich.
    Herzliche Grüße,
    Christina

    1. Liebe Christina,

      das hört sich furchtbar an ((())).
      Ich hatte auch Tage, an denen meine Kinder mit mir zusammen auf der Toilette festsaßen und dort spielten, mir den Rücken streichelten oder mir mit dem Klopapier den Mund sauber wischten. In den Zeiten war ich sicherlich nicht die Mutter, die ich sein wollte. Auch nicht, wenn ich vor Erschöpfung nicht mehr vom Sofa hochkam. Mein Eisenspeicher (nicht Hb-Wert) war leer. Komplett. Er lag bei nur noch 7. Ich hatte Wortfindungsstörungen und konnte mich kaum noch konzentrieren. Es war wirklich schlimm.

      Ich hatte bis zur 20. SSW 10% meines Gewichtes verloren. Ich fühlte mich schrecklich. Ich habe immer vor Agyrax zurückgeschreckt. Warum kann ich gar nicht genau sagen. Irgendwie bin ich da innerlich blockiert. Vielleicht rührt es noch von meinem ersten FA her, der mir so viel Angst gemacht hatte… wer weiß.

      Danke, dass du mir meine Geschichte erzählt hast <3

      Ganz liebe Grüße
      Mother Birth

  3. Ich kann dich sehr gut verstehen, weil auch ich zu den Frauen gehöre, denen eine Schwangerschaft bedenklich zusetzt.

    Ich glaube, wir sollten es sehr schätzen, dass wir heute selbst darüber bestimmten können, wann und wie viele Kinder wir kriegen. Wenn dein Körper dir so deutlich zeigt, dass er am Limit ist, dann ist es ja ganz natürlich, dass du dir gerade keine weitere Schwangerschaft vorstellen kannst. In früheren Zeiten haben die Männer da wenig Rücksicht drauf genommen… Dazu fiel mir dieser Artikel ein, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe: https://kinderhaben.de/das-schwache-starke-geschlecht/

    Also würde ich sagen: Hör unbedingt auf deinen Körper! Und auch wenn der Wunsch nach einem vierten Kind da ist – dieses und deine anderen Kinder hätten ja nicht viel davon, wenn du dann nur noch ein Schatten deiner selbst bist. Ich wünsche dir gute Erholung und viel, viel Eiscreme (nur die mit viel Sahne drin!)!

    1. Liebe Sophie,

      mein Körper hat einer erneuten Schwangerschaft zur Zeit eh einen Riegel vorgeschoben. Kein Zyklus – keine Schwangerschaft – kein Baby.
      Es ist für mich ein Zeichen dafür wie schlecht es ihm bzw. mir wirklich geht. Normalerweise hätte ich trotz Stillzeit schon lange wieder einen einigermaßen regelmäßigen Zyklus haben müssen. Stattdessen: NICHTS!
      Ein Zeichen mit Ausrufezeichen.

      Dein Text hatte ich gar nicht gelesen. Er ist toll und trifft es auf den Punkt <3

      Ganz liebe Grüße
      Andrea

  4. Mein geschundener Körper winkt deinem zu m mein unersättliches Herz umarmt deines, wenn Du magst.
    Ich merke auch extrem, was für eine Arbeit dieses Kinder in sich wachsen lassen ist- dabei war meine Schwangerschaft im Vergleich vermutlich ziemlich easy. Aber der Körper erinnert sich noch zu gut an diese vielen Variationen von Schmerz und Erschöpfung. Und ich auch. Vll macht es die Zeit. Vll sind wir aber auch einfach zu fünft schon komplett. Nur eins weiß ich sicher: In du kurzem Abstand wir zwischen zwei und drei gewiss nicht
    ((())) Ich wünsch Dir Kraft, über diese ganzen Dinge nachzudenken.

    1. Liebe Julia,

      ich habe mir ja auch bei den anderen Kindern einen Abstand von etwa 3 Jahren gegönnt und den wird es hier zumindest auch wieder geben.
      Ich muss mich sowieso erst einmal wieder auf ein gebärfähiges Gewicht aufpäppeln. Und von dem bin ich zur Zeit noch etwas 6-7 kg entfernt.

      Die Erkenntnis, dass mich dieses Erbrechen jetzt auch außerhalb der Schwangerschaft so sehr belastet – auch körperlich – hat mich schon umgehauen. Das war sonst nicht so gewesen. Und das macht mir wirklich Angst.

      Vielleicht war der krasse MD-Infekt in der Mitte der Schwangerschaft, mit dem ich auch im KH gelandet bin das „Zu-Viel“… Wer weiß… Vermutlich sollte ich mir Hilfe holen…

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      1. Ich glaube, der Gedanke, dass Du Dich definitiv erstmal aufpäppeln solltest ist ein guter. Vermutlich spricht Dein Körper da auch einfach die klarere Sprache- hör auf ihn, wenn Du kannst.
        Und Hilfe ist immer eine gute Idee. Gerade auch weil Du schriebst, wie schwer Dir das fällt und jetzt dennoch darüber nachdenkst. Du könntest etwas „Reserve“ doch gut gebrauchen, im körperlichen wie im psychischen Sinne, oder?
        Ich schicke solange liebe Gedanken (und heimlich ein paar meiner Pfunde) zu Dir!

        1. Liebe Julia,

          gerne darfst du mir ein paar Pfunde rüberschicken! (wenn das nur so einfach wäre… :-/ )

          Ich brauch noch Zeit – wie auch vor den anderen Schwangerschaften, aber diesmal vielleicht auch etwas mehr, nämlich Hilfe. Ich werde auf jeden Fall in mich gehen müssen und schauen, was ich machen kann.

          Liebe Grüße
          Andrea

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