Schwangerschaft

Über Abhängigkeiten – „Jetzt wollen wir mal schauen, wie es ihrem Kind geht.“

Im Rausch der Bilder

Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich zu meiner Frauenärztin kam mit dem Wissen, dass der Schwangerschaftstest endlich zwei kleine rosa Linien zeigte. Es ist 2010 und ich bin das erste Mal schwanger – mit NotYet. Es soll ein Ultraschall gemacht werden. Für mich nur eine überflüssige Bestätigung dessen, was ich eh schon wusste. Aber die Frauenärztin säte mit folgenden Worten:

„Jetzt schauen wir erst mal, ob sie auch wirklich schwanger sind.“

einen Keim des Zweifels in mir, der schnell Wurzeln schlug. Ich begann sehnsüchtig auf die Ultraschalluntersuchungen zu warten, brauchte die bildliche Bestätigung, vertraute weder meinem Bauchgefühl noch meiner eigenen Intuition. Ich war abhängig vom positiven Bescheid –

„…ihrem Kind geht es gut…“

– der Ärztin. Sie allein konnte mir meine Ängste und Befürchtungen noch nehmen. Bei jeder Ultraschalluntersuchung fiel mir ein Stein vom Herzen, wenn ich den pulsierenden Punkt auf dem Bildschirm sehen konnte – das Herz meines Kindes schlägt. Ich kann es sehen. Erleichtert atme ich durch. Alles gut…

Zweifel und Unsicherheiten ersticken das Vertrauen

Aber diese innere Ruhe währte nur kurz. Kaum war ich wieder zu Hause, schon schlich sich wieder dieses ungute Gefühl meinen Nacken hinauf, nistete sich in meinem Herzen ein und verfraß mich innerlich – Stück für Stück. Dieser bohrende, immer währende Zweifel: Geht es meinem Kind wirklich gut? Wie soll ich das bloß merken, wenn ich sein Herz nicht im Ultraschall schlagen sehe? Ich war richtig gehend abhängig von der bildlichen Bestätigung per Ultraschall. Dieser soll Schwangeren doch eigentlich Sicherheit geben?! Aber warum fühl ich mich dann so unsicher? Eine zentrale Frage. Ich glaube, dass das bildgebende Verfahren beim Ultraschall meinen Fokus zu sehr auf das SEHEN gelenkt hat. Ich allein bin aber nicht im Stande jederzeit durch meine Bauchdecke hindurch schauen, ob es meinem Kind gut geht. Das ist unmöglich. Ich benötige externe Hilfe. Andere müssen mir sagen, wie es meinem Kind geht. Ich kann es einfach nicht – gebe die Verantwortung dafür ab, an meine Ärztin und das Ultraschallgerät. Auf den ersten Blick: einfach, auf den zweiten: schwierig, da ich mich stark abhängig mache. Ich habe das Vertrauen in mich verloren, den Kontakt zu meinem Körper, zu mir selbst; dies alles wurde erstickt unter der Fülle von Bildern in schwarz-weiß.

„Bevor Sie sich dieser Untersuchung {Ultraschall} unterziehen, sollten Sie sich sinnvollerweise darüber klar werden, ob dies für ihre Schwangerschaft von Vorteil ist.“*

*Gaskin, Ina May: Die selbstbestimmte Geburt. Handbuch für werdende Eltern mit Erfahrungsberichten, München 2015, 10. Aufl., S.198.

Was für ein wahrer Satz! Man sollte tatsächlich vorher für sich eine ganz individuelle „Kosten-Nutzen-Abwägung“ machen. Ich tat es damals nicht. Ich bin blind gefolgt, habe mich von der Routine dieser Ultraschalluntersuchungen blenden lassen, sie nie in Frage gestellt oder gar ihre Sinnhaftigkeit in meinem konkreten Fall angezweifelt. Ich kann heute mit Recht sagen: für mich haben die Ultraschalluntersuchungen keinen wirklichen Vorteil gebracht; sie machten mich eher abhängig, aber nahmen mir gleichzeitig nur kurz diese diffuse Angst. Leider habe ich das damals noch nicht so differenziert und reflektiert betrachten können.

Ein gutes Bauchgefühl kann dauerhafte Sicherheit geben – ein schnelles Bild nicht

Heute weiss ich, dass in der Schwangerschaft das SPÜREN und FÜHLEN so viel sinniger und besser ist. Aber keiner wies mich damals darauf hin. Warum auch? Meine Frauenärztin machte gutes Geld mit mir, da ich selbstverständlich immer die Vorsorge bei ihr machte und nicht im Wechsel mit einer Hebamme. Ich brauchte das Bild als Bestätigung, dass es meinem Kind gut geht und dieses Bild bekam ich nur bei meiner Ärztin. Ich war wie eine Abhängige, die nur noch dafür lebte das nächste mal ihre „Droge“ zu bekommen. Von guter Hoffnung und einem Urvertrauen in den eigenen weiblichen Körper war bei mir nichts – absolut nichts – zu spüren gewesen.

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Eins von unzähligen Bildern, die ich von NotYet habe…

Ich hoffte stattdessen innerlich immer, dass meine Frauenärztin noch ein schnelles, beruhigendes Ultraschallbild einschiebt und das tat sie auch immer. Wollte sie mich beruhigen? Oder sich selbst? Konnte sie alles abrechnen und tat es deshalb? Oder ist es tatsächlich schon Routine, den Bauch einer Schwangeren immer durchleuchten zu müssen, obwohl in den gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien nur 3 Ultraschalluntersuchungen vorgesehen sind? Ich weiss es nicht, aber ich weiss, dass die insgesamt 14! Ultraschalluntersuchungen mir nur einen schnellen Kick gegeben haben, eine kurze Befriedigung, einen Hauch an Sicherheit, der aber schnell wieder aufgebraucht war. Dagegen kann ein gutes Bauchgefühl, welches ich in der zweiten Schwangerschaft kennenlernen durfte, dauerhafte und konstante Sicherheit geben. Ich muss nur lernen in mich hinein zu hören. Leider gelingt mir das nicht so gut, wenn ich mich von Technik, Ärzten und Bildern abhängig mache.

„Jetzt wollen wir mal schauen, wie es ihrem Kind geht.“

Dieses Satz fällt vermutlich 1000fach täglich in deutschen Frauenarztpraxen und Krankenhäusern, während der Arzt oder die Ärztin das Gel großzügig auf dem Schallkopf verteilt und den Monitor zurechtrückt, damit die werdende Mutter sich davon überzeugen kann, dass es ihrem ungeborenen Nachwuchs auch gut geht. Es versetzt die Mutter in eine passive, abwartende Haltung. Sie kann anscheinend selbst nichts tun, muss darauf warten bis Fachleute mit der entsprechenden Technik ihr die erlösende Botschaft überbringen. Dies führt häufig – wie auch bei mir – zu einer erlernten Hilflosigkeit bei der Schwangeren. Sie kann nichts beurteilen ohne die Hilfe eines Experten. Dabei ist das Gespür der Schwangeren weitaus besser als viele annehmen, da sie ohne Hilfe von Technik Dinge wahrnehmen können, die sich innerhalb ihres Körpers abspielen. Leider wird dieses feine Gespür gestört oder stark beeinflusst, wenn man sich dieses Können nicht mehr selbst zutraut oder aber andere – zumeist Ärzte – einem dieses absprechen. Auch mir erging es so. Ich traute weder mir, meinem Körper, meiner Intuition noch meinem kleinen ungeborenen Kind, sondern nur noch der Technik, den Bildern und meiner Frauenärztin. Ich war abhängig. 

Abhängigkeiten

Die gesamte erste Schwangerschaft hat mich der Ultraschall begleitet – vielleicht auch verfolgt -. Ich wollte, dass er mir eine trügerische Sicherheit vermittelt. Das Sicherheitsgefühl dauerte immer nur kurz an, da der Ultraschall nur eine Momentaufnahme ist: jetzt ist alles ok, aber was ist 2,3 oder 4 Stunden/ Tagen ist, kann er schwerlich voraussagen. Es kann nicht in die Zukunft schauen.

Auch zu Beginn meiner zweiten Schwangerschaft mit BusyBee war ich immer noch im Netz von Ultraschall, Sicherheit und Abhängigkeit gefangen. Ich begab mich schnurstracks, ohne groß darüber nachzudenken, wieder in dieselbe Lage, aber BusyBee hatte einen anderen Plan und lehrte mich – manchmal auch auf die harte Tour 😉 – Demut, Geduld und Vertrauen. Ich bin ihr unendlich dankbar für diese Lektion des Lebens. Wie sich meine Einstellung zum Ultraschall langsam veränderte, möchte ich euch in einer kleinen Mini-Serie zum Thema #Ultraschall vorstellen. Im nächsten Teil „Demut, Geduld und Vertrauen – ein Leben im Verborgenen“ werde ich berichten, wie ich die Ultraschalluntersuchungen bei BusyBee erlebte.

 

*EURE MOTHER BIRTH*

#Ultraschall #Sicherheit #Bauchgefühl #Technik #Abhängigkeit #Bild #Schwangerschaft #Vertrauen

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22 Gedanken zu „Über Abhängigkeiten – „Jetzt wollen wir mal schauen, wie es ihrem Kind geht.““

  1. In der ersten Schwangerschaft ging mir das genauso. Allerdings hat mich da ja auch die Frauenärztin bei einer Routineuntersuchung mit der Schwangerschaft überrascht. Ich habe 3 weitere Termine gebraucht, im davon überzeugt zu sein, dass ich wirklich schwanger bin und es sich dieser kleine Punkt nicht noch anders überlegt. Und dann kam die beschriebene Abhängigkeit, zumindest bis der Kleine Kerl angefangen hat im Bauch zu strampeln.
    In meiner 2. Schwangerschaft war alles anders. Die war geplant und ich wusste durch Nfp genau wann und ob es geklappt hat. Zum Frauenarzt bin ich erst ganz spät und überhaupt war ich dieses Mal überzeugt, am besten über meinen Bauch, meinen Termin und was für Untersuchungen ich brauche, Bescheid zu wissen. Meine Frauenärztin hat mich zum Glück dabei nie verunsichert. Das gibt es ja leider so oft.

    1. Meine Frauenärztin war leider eher von der Sorte, die Druck aufbaute und stark verunsicherte, wenn man es wagte etwas anzuzweifeln. Darin war sie wirklich gut. Wir haben uns dann in der Mitte der zweiten Schwangerschaft endlich von ihr lösen können – https://motherbirthblog.wordpress.com/2016/02/18/es-werde-licht-ein-vor-geburtsbericht (hier kannst du die Geschichte dazu nachlesen). Das war eine echte Befreiung und ich konnte endlich meinem Körper ungestört Vertrauen schenken <3

      Liebe Grüße
      Mother Birth

  2. Ich finde es ganz großartig, dass du dich vorab schon so gut informiert hast. Ich muss zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich total blauäugig in die erste Schwangerschaft und Geburt hineingeschlittert bin – mit blinden Vertrauen in meine Ärzte. Jetzt weiss ich es auch besser 😉 , aber damals dachte ich wirklich, ich wäre in guten Händen und müsste mich um nichts kümmern. Vielleicht etwas naiv im Nachhinein, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen.

    Ich bin immer begeistert, wenn ich Frauen wie dich kennen lerne, die von Anfang an gut informiert sind und wissen, was sie wollen. Ich wünsche dir von Herzen eine wundervolle, Kraft spendende und natürlich selbstbestimmte Hausgeburt <3 ! Die hast du dir auf jeden Fall verdient 😉

    Liebe Grüße
    Mother Birth

  3. Du sprichst mir aus der Seele. Ich war eine Riskoschwanger, wurde im Wehcsel von der Frauenärztin und der Frauenklinik betreut. Dazu kamen die Neurologenbesuche und dann ziemlich schnell, ab und an eine Vorsorge mit meiner Hebamme. Wir haben damit eine größere Zeitspanne zwischen GYN und Klinik legen können. Die allerwichtisten Vorsorgeuntersuchen waren bei meiner Hebamme. Sie hat mir gezeigt, wie ich meinen Bauch abtasten kann und noch vieles mehr. Als ich in der Klinik wegen vorzeitigen Wehen liegen musste, schlag bei einem CTG, die Wehentätigkeit noch vielmehr aus aus zuvor. Ich bekam kurzzeitige Atemnot, war aber total entspannt. Ich spürte, dass sich mein Kind im Bau gerade gedreht hatte. Es kam ein Ultraschall ins Zimmer, die Herzöne wurden verzweifelt gesucht, die Ärzte wollten eine erneute Untersuchung des Muttermundes. Hiervon konnte ich sie gerade noch so abhalten und sie zum warten bewegen. Eine halbe Stunde später, fand man 1a Herztöne, der Ultraschall bestätigte meine Aussage, dass sich das Kind gerade gedreht hat – leider in die falsche Richtung, aber nun gut. Ja. Vertraut auf euch!!!!

    1. Es freut mich, dass du dich in mich hineinversetzten kannst. Mir fehlten in dieser ersten Schwangerschaft die ausgleichenden Besuche bei einer Hebamme. Mir war wirklich nicht klar, dass ich die hätte haben können. Meine Mutter hatte selbst nie einen Hebamme gehabt und hielt dies auch für „Unsinn“. Meine Ärzte-Familie hat vermutlich meinen Blick zusätzlich etwas vernebelt, so dass ich weder rechts noch links des Weges nach Alternativen Ausschau gehalten habe. Mein Vertrauen und mein Glaube an die „Götter in Weiß“ war einfach sehr hoch… Mein Umfeld, in dem ich aufwuchs hat meinen Blick auf Schwangerschaft und Geburt geprägt, aber leider nur sehr arztabhängig. Man kann mir natürlich vorwerfen, dass ich mich hätte davon befreien können, aber das ist immer einfacher gesagt, als getan 😉

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      1. Das sagt sich so leicht mit dem befreien. Meine Familie ist auch medizinisch angehaucht 😉 und ich hatte zu Beginn meiner Erkrankung der Halbgötter in weiß. Diese Ärzte haben das noch stark fokussiert und einige sich nie Unwissenheit eingestanden. Aber das ist eine andere Geschichte. Was ich eigentlich sagen wil ist, ohne diese Vorerfahrung und meinen eigenen Lernprozess, hätte ich hier wahrscheinlich auch nicht so gut in mich hineinspüren kennen. Aber ich weiß – ich kenne mich und meinen Körper am besten. Das hat mir in der Schwangerschaft dann sehr geholfen.

      2. Mein Lernprozess verdanke ich einem kleinen Wesen, dass 31 Jahre jünger ist als ich 😉 <3 Ich bin BusyBee wahnsinnig dankbar dafür. Ich glaube fest daran, dass genau dieses Kind zu mir gesandt wurde, dass ich endlich selbstbewusster werde und mich nicht immer abhängig von anderen Meinungen mache. Das hat sie geschafft 🙂

        Liebe Grüße
        Mother Birth

  4. Natürlich hat die Medaille zwei Seiten. Das wollte ich mit meinem Text gar nicht abstreiten. Schwangerschaften, die wie bei dir besondere Vorsorge benötigen, sollten selbstverständlich die technischen Möglichkeiten ausschöpfen dürfen 😉 ! Dafür sind sie ja auch da! Aber ich war 27 Jahre jung, gesund und hatte absolut keine Risikofaktoren. Wieso habe ich also 14! Ultraschalluntersuchungen bekommen? Sinnvoll?
    Es geht hier auch nicht um ein „schlechter“ oder „besser“. Ich wünsche mir, dass man die werdende Mutter wertfrei über Möglichkeiten, Risiken, Vor- und Nachteile aufklärt und sie dann SELBSTBESTIMMT entscheiden kann, was sie möchte:
    das komplette Ultraschallpaket und allem drum und dran, nur die Basis-Ultraschalluntersuchungen, oder eben keine. Wir haben ein Recht auf Nicht-Wissen. Aber die Entscheidung für oder gegen einen Ultraschall treffen fast nur die Ärzte allein – keine Absprache mit der werdenden Mutter auf Augenhöhe. Das finde ich sehr schade. Das sollte es geben.

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du eine entspannte 3 Schwangerschaft und Geburt haben darfst – mit viel Vertrauen in deinen Körper und natürlich selbstbestimmt <3 !!!
    Übrigens: mein erstes Kind ist in einem KH per Not-Sectio zur Welt gekommen, danach noch Intensivstation – eine sehr traumatische Geburt 🙁 … Also nicht alles so rosig. Trotzdem habe ich danach einen anderen Weg eingeschlagen, aber es war ein schwerer Gang. Lies vielleicht mal etwas in meinem Blog herum 😉 …

    Liebe Grüße
    Mother Birth

    1. Nein, ich will den „Schwarzen Peter“ gar nicht von mir schieben. Ich kann unverhohlen gestehen, dass ich völlig uninformiert war und mir alles habe aufschwatzen lassen. Aber geht es nicht vielen Erstgebärenden so wie mir? Bin ich nicht nur ein Beispiel von vielen, denen es ähnlich ergangen ist?! Haben nicht Ärzte auch eine gewisse Aufklärungspflicht als „Experten“?
      Ich will meinen Anteil daran gar nicht schmälern, ich hätte mich informieren können, aber ich vertraute meiner Ärztin, was eigentlich ja nicht falsch ist 😉

      Heute bin ich dafür vermutlich besser informiert als der Durchschnitt 😉 – ich bin ja lernfähig, zu mindestens aus Fehlern…

      Ich finde es übrigens toll, wie du deinen Weg nimmst <3

      Liebe Grüße
      Mother Birth

  5. Für mich sind Vorsorgeuntersuchen bei meiner Hebamme immer freudige Erlebnisse! Muss ich wg Blutuntersuchung oder dem großen Ultraschall zur FA ist da immer ein Gefühl von „da könnte was net stimmen “ dabei. Bin ja auch bei einem Arzt.. ein Mitgrund warum ich wieder eine Hausgeburt plane. Wenn etwas nicht stimmt, ich einen Arzt brauche, bin ich dankbar das es KH gibt

    1. Ich bin auch froh über ärztliche Hilfe und das Krankenhaus, wenn es eben keine komplikationslose Schwangerschaft oder Geburt ist. Aber routinemäßige Ultraschalluntersuchungen, ohne jeglichen Anhaltspunkt oder Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte, halte ich nicht für jede Frau sinnvoll. Einige lassen sich sicherlich durch die Bilder beruhigen, einige freuen sich ihr Kind zu sehen, aber es gibt auch andere – so wie mich – die es einfach unnötigerweise verunsichert und ihres instinktiven Bauchgefühls beraubt. Das ist sehr schade. Man verliert den Kontakt zum eigenen Körper 🙁 …

      Ich war gesund, hatte keine Risikofaktoren und war 27 Jahre jung – wieso brauchte ICH also diese Masse an Untersuchungen per Ultraschall? Und warum sagte mir niemand, dass ich auch darauf verzichten könnte? Frauen sollten hier selbstbestimmt entscheiden können, was ihnen gut tut, natürlich nach der Abwägung von Vor- und Nachteilen. Aber die sind immer sehr individuell und somit durch ROUTINE niemals adäquat abzudecken!

      Liebe Grüße
      Mother Birth

  6. Hmm, ich finde es ein bisschen schade dass du das so erlebt hast.
    Bei mir sind die Ultraschallbilder immer etwas worauf ich mich freue, etwas was ich voller Neugier „erwarte“. Nicht weil ich wissen will wie es dem Kind geht, sondern weil ich es sehen will. Und das ist für mich eines der schönsten Gefühle.

    Sonnige Grüße.

    1. Das Freut mich sehr für dich, dass du den Ultraschall so genießen kannst <3 BusyBee hat mir aber auch nicht mehr Freude beim Ultraschall geschenkt 😉 Sie hasste den Ultraschall abgrundtief … Bin gespannt was du dann zu dem Text sagst!
      Was ich so schade finde, dass man Frauen vorher einfach nicht fragt, ob man sich den Ultraschall wünscht, oder noch besser: man klärt sie VOR dem ersten Schall auf, welche Vor- und Nachteile es gibt. Somit wird der werdenden Mutter die Möglichkeit gegeben selbst zu entscheiden, was sie möchte. Sie hat keine falschen Erwartungen an die Möglichkeiten dieser Technik. Es muss ein Recht auf Nicht-Nutzen und Nicht-Wissen-Wollen geben. Tut es faktisch zur Zeit aber nicht.

      Liebe Grüße
      Mother Birth

      1. Der Schiedsspruch ist widerlich und beschneidet nicht nur die Hebammen in ihrer Kompetenz sondern obendrein die werdende mutter. Dennoch – vorher und damit auch zu Zeiten deiner Schwangerschaft mit dem ersten Kind war ein reine hebammenvorsorge legitim. Es ist wirklich unglaublich traurig, dass es anscheinend vielen nicht bewusst ist, dass der eigene Körper nur einem selbst gehört und man entsprechend allein darüber entscheidet. (das heißt ja nicht, dass man sich immer gegen den arztbesuch entscheidet)
        Ich hoffe sehr, dass du mit deiner Schwangerschaft und der Geburt versöhnt bist.

      2. Liebe Clara,
        mit der Schwangerschaft habe ich mir arrangiert, mit der Geburt wird das wohl nie passieren … 🙁 Meine Traumatherapie kann mir nur helfen damit leben zu lernen. Die zweite Geburt war wundervoll, kann aber die physische und psychische Gewalt, die ich in der ersten erleben musste niemals tilgen oder auslöschen. Sie konnte nur etwas heilen und mein Vertrauen in mich und meinen Körper wieder herstellen.
        Natürlich war es damals legitim zur Hebammenvorsorge zu gehen, aber mir war es ehrlich nicht bewusst, dass es die Möglichkeit gab – naiv und uninformiert. Leider 🙁

        Liebe Grüße
        Mother Birth

  7. Ja, diese Ultraschalle machen abhängig. Und daran ist auch nichts verwerfliches für die Mutter. Aber die Vorsorgen beim Gyn sind nicht zu vergleichen mit den Vorsorgen bei einer guten Hebamme. Denn statt Angst und Zweifel, die die Ärtzin doch oft durch unbedachte Äußerungen und unwichtige Zahlen bei mir sähte, war meine Hebamme stets darauf bedacht alles in Ruhe zu erklären. Aus letzteren Vorsorgen ging ich immer mit einem positivem Gefühl. Immer. Ich habe mich umsorgt gefühlt. Ich habe mein Kind umsorgt gefühlt.
    Trotzdem war es eine zeitlang wichtig, Carli auf dem Bildschirm zu sehen. Das war auch bei mir ein Prozess in der Schwangerschaft mich davon abzunabeln. Irgendwie ist man ja auch immer so stolz auf ein „Foto“ vom Kind.
    Ich bin mal gespannt, wie ich es in einer zweiten Schwangerschaft dann tatsächlich handhabe. Und ob es dann überhaupt noch Hebammen-Betreuung gibt…

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